Arrowverse

chrisbergr

Lieutenant Junior Grade
Als Arrowverse werden die ganzen Serien des CW-Netzwerks bezeichnet, die auf DC-Superheldencharaktären basieren. Es startete damals mit (green) Arrow, dann kam als Spinoff The Flash, und später ebenfalls als Spinoff Legends of Tomorrow.. Irgendwann kam Supergirl, auf Netflix tauchte Black Lightning auf und die neuste Serie war Batwoman (mit der umstrittenen Ruby Rose, die schon wieder das Handtuch geworfen hat).

Alles ziemlich low budget, trotzdem mochte ich in den ersten Staffeln Arrow sehr. Die Erzählweise, neben der Haupthandlung auch immer noch die Vergangenheit aufzuarbeiten hat mich zwar immer genervt, aber die Gegewart fand ich spannend, die Schauspieler mochte ich fast alle und es waren auch coole Schurken dabei. Irgendwann wurde es aber öde und ich habe aufgehört, es zu schauen. Flash hat mich anfangs auch begeistert, aber die Handlungen waren nie so der Hammer und diese ewige Gefühlsduselei und das rumgeschnulze ging mir so auf den Keks, dass ich auch da nach Staffel 3 abgesprungen bin. Legends mit dem Zeitreisemist und den ultra low budget CGI-Verbrechen habe ich direkt nach dem Pilot schon sein lassen, Supergirl hat mich nie interessiert (Auch wenn Martian Manhunter dabei ist) , für Black Lightning habe ich nie die Zeit gefunden und Batwoman habe ich dank Ruby gerade mal 4 Folgen durchgehalten.

Na jedenfalls ist Arrow nun nach 8 Staffeln fertig. Ich dachte mir, wenn ich das schon angefangen habe dann sehe ich mir auch die letzten beiden Staffeln noch an. in Staffel 7 spielte die Nebenhandlung nicht in der Vergangenheit, sondern 20 Jahre in der Zukunft. Das fand ich schon unangenehm. Per VPN kann ich auch auf die US-Netflix-Bibliothek zugreifen, also auch Staffel 8. Da ist dann 2 Folgen vor Schluss das Mega-Crossover-Event "Crisis on Infinite Earths". Natürlich musste ich mir das gestern komplett ansehen und zum Glück ging das via USA Netflix und im Fall von Bawoman dem deutschen Prime Video auch problemlos.

Part 1: Supergirl season 5, episode 9
Part 2: Batwoman season 1, episode 9
Part 3: The Flash season 6, episode 9
Part 4: Arrow season 8, episode 8
Part 5: Legends of Tomorrow season 5, episode 1

So, jetzt kommen wir mal zu dem Punkt, warum ich das alles überhaupt schreibe.

Das waren die schlimmsten 5h Binge-Watching, die ich mir jemals angetan habe. Die Grundidee der Gesamthandlung schon so schlecht, dann so schlecht geschrieben, die schauspielerische Leistung unterdurchschnittlich, die visuellen Effekte wie von einem Teilzeit-Youtuber. In den ersten 10 Minuten von Part 5 tauchte dann auch noch so ein überdimensioniertes Teletubbie-Viech mit Fell wie der Marshmallow Man bei den Ghostbusters auf. Da hätte ich ja fast abgeschaltet. Leute, das war so grauenhaft, und dabei hätte es in der Theorie so viel Potential gehabt. Natürlich gab es ein paar nette Fan-Services im Sinne von Cameos wie z.B. Burt Ward, Ezra Miller, dem Smalville Clark Kent und dem Typen, der die ganzen Animated Batmans spricht. Aber das gibt mir meine Zeit auch nicht zurück. Achso, und die Supergirl-Leute dachten wohl, es wäre eine tolle Idee, Jon Cryer, der für immer der Alan Harper Depp bleiben wird, als Lex Luthor zu besetzten. Das war lächerlich.

Also, wir beschweren und hier im Forum bei jeder Gelegenheit, wie schlimm es aktuell um Star Trek bestellt ist. Erstens geht es noch viel schlimmer und zweitens hätte ich jetzt lust, nen Discovery und/oder Picard Marathon zu machen, um wieder klar zu kommen.
 

Vulcan

Lieutenant
Flash hat mich anfangs auch begeistert, aber die Handlungen waren nie so der Hammer und diese ewige Gefühlsduselei und das rumgeschnulze ging mir so auf den Keks, dass ich auch da nach Staffel 3 abgesprungen bin.
3 Staffeln Flash? Du bist echt hart im Nehmen, das habe ich nicht durchgehalten. [Für andere Mitlesende: Achtung, Spoiler folgen.]

Es hat mich von Anfang an gestört, dass alle immer behauptet haben, dass Barry Allen unfassbar intelligent sei; sein tatsächliches Verhalten und seine Aussagen aber bestenfalls mittelmäßige Intelligenz zeigten (ähnlich wie bei Tilly). Nach wenigen Folgen kam dann hinzu, dass es auf Dauer immer absurder wird, wenn man jedes auftretende Problem immer mit "totlaufen" lösen muss.
Als der Flash schließlich versuchte, ein Schwarzes Loch zu zerstören, indem er es totläuft, war mir klar, dass ich die Serie nicht mehr schauen wollte. Und das obwohl das möglicherweise nicht mal das Schlimmste in der Folge war... zusammengefasst:
"Hey Barry, wir haben einen Weg gefunden, wie Du den Tod Deiner Mutter und die unrechtmäßige Inhaftierung Deines Vaters verhindern kannst!"
"Nee, lass mal, kein Interesse!"
"Na ja, ist wohl besser, denn dabei würde wahrscheinlich sowieso ein Schwarzes Loch entstehen, dass die Erde auslöscht und uns alle tötet!"
"Ok, ich mache es!"
"Hmm, na gut, aber denk dran, dass Du keinesfalls länger als 93 Sekunden brauchen darfst!"
<in Barrys Gedanken (offenbar?)> "Nun, jetzt bin ich hier, um meine Mutter zu retten und das könnte ich innerhalb weniger Sekunden tun... Ach, egal, ich lasse es und warte hier einfach 120 Sekunden, damit auch sicher das Schwarze Loch entsteht."

Barry Allen ist ganz eindeutig der Bösewicht der Serie und das Traurige ist, dass die Autoren das nicht mal wissen.

Bzgl. der anderen Serien:
Black Lightning habe ich die erste Staffel gesehen und ich fand es ganz ok; Supergirl war etwas schwächer, aber auch weniger schlimm als der Flash. Hat aber jeweils (bisher) nicht gereicht, dass ich weitergeschaut hätte.
Und Legends of Tomorrow... da stimme ich voll zu: Absoluter Trash. Selbst die offensichtlichen Anleihen bei Doctor Who reichen nicht aus, um es wenigstens als Trash-Parodie darauf betrachten zu können.

Live long and prosper,
Vulcan
 

chrisbergr

Lieutenant Junior Grade
3 Staffeln Flash? Du bist echt hart im Nehmen, das habe ich nicht durchgehalten.
Ich hatte echt Hoffnung. Und irgendwie wollte ich es einfach, auch aufgrund der Comics, die ich früher gerne gelesen habe. Gerade Flash zusammen mit Green Lantern waren immer klasse. Aber naja,... Irgendwann platzen auch diese Seifenblasen.

dass alle immer behauptet haben, dass Barry Allen unfassbar intelligent sei; sein tatsächliches Verhalten und seine Aussagen aber bestenfalls mittelmäßige Intelligenz zeigten
Korrekt. Eigentlich ist er ein kleiner Junge, der zwar all die Fachbegriffe von den Anderen schon mal gehört hat, aber nichts damit anfangen oder gar abstrakt weiterspinnen kann.

Barry Allen ist ganz eindeutig der Bösewicht der Serie und das Traurige ist, dass die Autoren das nicht mal wissen.
So habe ich das noch nie betrachtet, interessante Sichtweise :)


Ganz allgemein stören mich ja an Comics genau 3 Dinge, und das Arrowverse reproduziert diese natürlich auch:

Tot/Wiederauferstehung
Ich weiß, es sind Comics und die Figuren sind nicht echt. Aber wenn jemand in den Comics stirbt, dann soll er oder sie gefälligst auch für immer tot bleiben. Warum sollte ich sonst mit den Figuren mitfiebern, hoffen, dass alles gut geht, wenn es eh egal ist? Dann gibt es halt einen komischen Brunnen, einen Gott, ein anderes Universum, eine Zeitreise oder sonstwas und bringt die Figur zurück. Außerdem ist es ein Schlag ins Gesicht für jeden, der schlimme Verluste erleben musste und seine geliebten Menschen nicht zurück bekommt.

Multiversum/Parallelwelten
Wenn man keine beschissenen Geschichten schreibt, braucht man auch keine 100 verschiedenen Universen, in denen man andere Geschichten erzählen kann. Wie beim Punkt vorher hätte ich gerne "was echtes", eine Welt, in der die Handlungen Konsequenzen haben und nicht einfach nach belieben austauschbar sind. Klar spielen die Comics und die Filme und z.B. eine Nickelodeon-Serie nicht im gleichen Universum, aber anstatt das einfach als eigene Universen aufgrund des Mediums anzusehen, muss man es doch nicht möglich machen, dass eine Figur alle anderen besuchen kann.

Reboots
Das ist so schlimm für mich als Fan. Ich habe mit den Comics (hauptsächlich DC) nach dem Bronze Age angefangen, bin mir also sicher, dass die Comics meiner Jugend schon ätzend für vorherige Generationen sind. Dann kam irgendwann die "Crisis". Der erste Reboot, der mir bewusst war. Ich fands irgendwie doof, aber sah es als Chance, alle Figuren von Anfang an neu kennen zu lernen. Ich lies mich darauf ein, aber dann ein paar Jahre später kam plötzlich wieder ein Reboot namens "New 52". Das war ätzend, ich war richtig sauer, und abgesehen von den JLA und Detective Comics (Batman) habe ich mir nichts mehr gekauft. Das war 2011, und 2016 haben die Schreiber schon wieder alle Handlungen gegen die Wand gefahren und wussten nicht mehr weiter, sodass mit "Rebirth" schon wieder ein Reboot anstand. Ich habe noch 3 Ausgaben der JLA gekauft, mich gewundert, warum Martian Manhunter nicht mehr existiert, dafür aber aus dem Nichts der Cyborg auftauchte. Einer meiner Lieblingscharaktäre Lobo wurde auch als lächerlicher Lauch wiedergeboren. Marvel scheint sowas ja auch gerne mal zu machen und dann einfach Hautfarben und Geschlechter von etablierten Figuren zu ändern. Ich will sowas einfach nicht mehr akzeptieren. Schreibt bessere Geschichten und führt neue Figuren ein, anstatt so einen Mist zu fabrizieren.

Und genau das ist jetzt mit diesem beschriebenen Crossover-Event auch passiert. Ich meine bei Arrow hat sich wenig geändert, Diggle hat jetzt wieder eine Tochter statt einem Sohn (Was vorher dank Flash im Event "Flashpoint" verdreht wurde), aber die Serie ist nun ja eh zum Glück zu Ende.

Ich bin einfach enttäuscht. Und ich bin raus. Aus den Comics, aus den Serien, und je nachdem was da noch passiert auch aus den Filmen. Aber weil mein Herz so daran hängt, bewegt mich das sehr.
 

Boothby

Admiral
Teammitglied
@chrisbergr Ich hatte nur gelesen, dass Tom Welling (der Smallville Superman -boy) in dem Crisis-Crossover mitspielt. Das und ein passendes Trailer-Video auf Youtube hatten schon mein Interesse geweckt, da mal reinzuschauen. Aber nachdem, was du da schriebst, lass ich das mal. ;)

Arrow hatte ich seinerzeit nur die ersten Staffel gesehen und die 2. angefangen, dann wurde es aber langweilig.
 

chrisbergr

Lieutenant Junior Grade
@chrisbergr Ich hatte nur gelesen, dass Tom Welling (der Smallville Superman -boy) in dem Crisis-Crossover mitspielt. Das und ein passendes Trailer-Video auf Youtube hatten schon mein Interesse geweckt, da mal reinzuschauen. Aber nachdem, was du da schriebst, lass ich das mal. ;)
Ich mochte Smallville damals nicht, bin mit der Hauptfigur einfach nicht warm geworden. Aber bei dem ganzen Crossover, nachdem er viele Jahre gereift ist und zu "einem echten Kerl" herangewachsen ist, war er und seine Darstellung auf jeden Fall ein Highlight. Leider war es nur eine Szene, die so ca 3 Minuten lang war.
 
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