Episode 3x03: "People of Earth"

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    2

chrisbergr

Lieutenant Junior Grade
Die Folge war gut. Also, wirklich gut. Auf Anhieb wüsste ich gerade nicht, ob mir seit First Contact irgendwas besser gefallen hat, als diese Folge. Ich hoffe so sehr, dass das keine Ausnahme war, sondern aufgrund der vielen Kritik dies in dem neuen Setting nun die Richtung vorgibt und kein One Hit Wonder bleibt.

Ich hoffe.
 

Vulcan

Lieutenant
Dann wollen wir mal ein paar Beobachtungen zur Folge auflisten; der Rest des Posts sind SPOILER.

== Generelles ==
Es ist ja hier weithin bekannt, dass ich kein Fan des "Federation in Ruins"-Konzeptes bin und mich daher auch nicht besonders über den Rückfall der Erde zu einer UEFD erfreue. Dennoch haben die Autoren es ausgerechnet in diesem Setting nun geschafft, nach über zwei Staffeln endlich mal eine Folge abzuliefern, die für mich klar Star Trek ist. Das Zusammenführen verbitterter Feinde, damit sie einfach mal miteinander sprechen, ist gut umgesetzt und funktioniert hier dieses Mal auf der Erde ebenso gut wie bei einem Planet of the Week. Es mag dabei kein Zufall sein, dass die Folge wenige Tage vor der US-Wahl veröffentlicht wurde - eine Folge, die genau die Botschaft verkündet, die die Leute (insbesondere in den USA) nun brauchen: dass man auf einander zugehen muss und einander zuhören und dass dann klar ist, dass man da gar keinen Feind bekämpfen muss, wenn man ihn einfach als Partner ernstnimmt.


== Infos ==
(in eckigen Klammern die Quelle, falls wir es nicht selber sehen durften)
- [Burnham] 700 Jahre nach dem Sprung ist die Dilithium-Versorgung versiegt.
- [Burnham] Daraufhin hat die Föderation verstärkt nach neuen Antriebs-Arten geforscht.
- Auf der Suche nach den Gründen für den Burn erhält Burnham einen "Stick" mit Aufschrift "NCC-4774"; der Teil dahinter ist von einem Finger verdeckt, so dass die Registrierung durchaus länger sein kann.
- [Burnham] Auf Terralysium hat offenbar niemand von Mutter Burnham gehört; die Antwort hat Monate gebraucht.


== Anmerkungen ==
- Zwischen dem Versiegen des Dilithiums und dem Burn lag also ein gutes Jahrhundert. Es ist etwas überraschend, dass sie in der Zeit keine Alternativen gefunden haben, wo sie doch in allen Star Trek-Inkarnationen immer wieder neuartige Antriebs-Technologien hatten; z. B. Soliton-Welle; Slipstream; Transwarp-Tunnel; Subspace Distortion und - im Kontext naheliegend - Sporenantrieb und Red Angel Suit*. Andererseits scheint sich ja jede dieser Technolgien als unpraktikabel herausgestellt zu haben, sonst wären sie wohl nach ihrem initialien Auftauchen nochmal vorkommen; also ist die Erforschung von Antrieben in Star Trek möglicherweise ein Gebiet, wo es einfach eine Unzahl an Ansätzen gibt, die aber alle zum Scheitern verurteilt sind.
* Man darf hier nicht vergessen, dass der Red Angel Suit nicht nur ein Zeitreise-Anzug ist, sondern offenbar auch beliebig durch den Raum springen kann - in quasi Nullzeit (für den Piloten des Anzugs) von Ba'ul nach Terralysiusm usw. und somit ebenfalls eine alternative Antriebstechnologie darstellt.
- Dass hier eine zweite Ebene vor den Burn gesetzt wird (Versiegen/Forschung) legt nahe, dass der Burn mit dem Versuch der Erforschung neuer Antriebs-Technologien zusammenhänge könnte, also die Folge eines missglückten Experiments war. Das fände ich aus zwei Gründen nicht so spannend:
1. Die Frage nach dem Grund wird damit nur um eine Ebene verschoben: Statt "Wodurch wurde der Burn ausgelöst?" stelle ich mir jetzt die Frage "Wodurch ist das Dilithium versiegt?"
2. Es gibt hier eine deutliche Analogie zu unserer aktuellen Situation bzgl. unserer Energie-Technologien und leider ist das eigentliche Problem in der Realität, dass so viele Leute/Politiker sich einfach weigern, die notwendigen Schritte zur Lösung zu gehen - der Lösungsweg selbst wäre eigentlich gar nicht schwer.
Wenn jetzt DIS ein ähnliches Problem präsentiert mit der Wendung, dass der Lösungsversuch bei ihnen (Antriebs-Forschung) die ganze Situation noch viel schlimmer gemacht hat (the Burn), wäre das zumindest nicht gerade hilfreich, in den Köpfen der Leute ein realistisches Verständnis der aktuellen Siutation zu erzeugen.
- Die Explosions-Darstellung für den Burn sieht natürlich absolut unrealistisch aus; ist aber wohl auch nur als sinnbildliche und nicht als reale Darstellung zu verstehen.
- Die am Anfang genannte Sternzeit ist konsistent zur TNG-Sternzeit; Burnham's Log wurde demnach am 19. März 3188 aufgenommen, wenn ich mich nicht verrechnet habe.
- Die oben erwähnte NCC-4774* könnte nochmal auftauchen angesichts der prominenten Platzierung der Registrierung; andererseits kann es aber auch gut sein, dass sie damit nur einen weiteren 47er-Scherz (bzw. zwei) machen wollten.
- Burnhams neue Frisur ist nicht schlecht.
- "Says a man who jumps a starship through mushroom-space" Durchaus ein effektiver Einsatz von Lampshading.[1]
- Detmers "How many died?" hat mich überrascht als Frage. Bei einem Sprung von fast tausend Jahren in die Zukunft, wo klar ist, dass alle, die man je kannte, mittlerweile gestorben sind und die Bevölkerungsanzahl und -struktur sicher überhaupt nicht mehr mit dem übereinstimmt, was man mal kannte, ist die Angabe einer absoluten Totenzahl für ein Ereignis von vor über hundert Jahren ja eher schwer einzuordnen, weil man es überhaupt nicht in Kontext setzen kann. Zum Vergleich: Angenommen, es gäbe eine Krankheit, die etwa jeden Millionsten tötet. Bei einer Bevölkerung von 5 Millionen sind das 5 Opfer. Aber bei einer Gesamtbevölkerung von einigen Billionen (was bei etwa 150 Mitgliedswelten für die Föderation gut hinkommen könnte), sind das Millionen von Opfern. 5 klingt wenig, Millionen klingt viel. Erst durch den Kontext wird klar, dass es sich hier letztlich um das selbe Ausmaß handelt. Entsprechend ist also auch die Aussage, dass beim Burn "Millionen" gestorben seien, wenig aussagekräftig.
- Saru zum Captain zu machen, ist hier die einzig richtige Entscheidung und sie haben es gut umgesetzt als der Zusammenarbeit dienliche Vertrauensentscheidung.
- Es wäre besser gewesen, wenn die Uniformen der UEDF sich stärker von den Uniformen der Discovery abheben würden.
- Beim Gespräch zwischen Georgiou und Burnham verpassen sie Chance, eine Fehlvorstellung zur "Freiheit" gerade zu rücken, dass nämlich oft erst die Gemeinschaft, der wir uns anschließen uns ermöglicht, viele Freiheiten wahrzunehmen, die man alleine nicht hätte. Z. B. kann ich hier gerade nur deswegen die Freiheit genießen, mich im Internet zu betätigen, weil ich Teil dieser Gesellschaft bin, die diese Möglichkeit zur Verfügung stellt. Freiheit ist entsprechend kein Gegensatz zur Gemeinschaft; Die Gemeinschaft bringt uns Freiheit. Unterdrückung und Überwachung hingegen sind das Gegenteil von Freiheit. Eine (fehlgeleitete) Gemeinschaft kann diese mit sich bringen, aber diese Einschränkungen der Freiheit wohnen eben nicht dem Prinzip der Gemeinschaft inne.
- Das Gespräch zwischen Stamets und Adira ist nett gemacht.
- Es wurde leider nicht aufgelöst, wo Burnham und die Discovery nun eigentlich im 32. Jahrhundert gelandet waren - und da es wohl auch unwahrscheinlich ist, dass wir dorthin nochmal zurückkehren, wird diese Frage wohl unbeantwortet bleiben.


== Fehler ==
- Im Ende der vorherigen Folge: Das Raumschiff, welches die Discovery aus dem Eis befreit, wird von Tilly angekündigt als "something is coming toward us, something big" (was Rhys sofort als "enemy vessel" beschreibt. Tatsächlich handelt es sich aber um Bookers Schiff, welches im Vergleich zu anderen Raumschiffen ja eher klein ist.
- Tilly meint, es habe keine Zeit gegeben, sich von den Freunden und Familien in der Vergangenheit zu verabschieden... mag sein, dass ich mich irre, aber haben die nicht in einer der letzen Folgen der zweiten Staffel alle (vollkommen unangemessernerweise) eine Stunde lang Abschiedsnachrichten aufgenommen statt sich auf den "Endkampf" mit CONTROL vorzubereiten!?
- Tilly wusste immer, dass sie Burnham wiedersehen würde... ja, tolle Leistung, wo sie sie doch vor zwei(?) Stunden das letzte Mal gesehen hat. Es war ja nur von Burnhams Seite ein Jahr. Ich weiß ja nicht, ob ihr das im Büro auch schon mal erlebt hat, dass jemand aus der Mittagspause zurückgekommen ist mit dem Spruch "Ich wusste immer, dass wir uns wiedersehen werden!".
- Das Gespräch endet, weil Stamets darauf wartet, dass Tilly ihm endlich das Werkzeug bringt... Moment, die Szene hat damit begonnen, dass Tilly sinnlos vor einem Schrank mit Emblemen rumgestanden hat ohne was zu tun. D.h., sie hat schon die ganze Zeit ihre Arbeit vernachlässigt, obwohl Stamets offensichtlich auf sie wartet.
- Saru geht bei Annäherung an die Erde (sobald die Schiffe von der Erde aufsteigen) auf roten Alarm. Das ist eine unangemessen aggressive Vorgehensweise; gelber Alarm wäre angemessen gewesen.
- Die UEDF beamt an Bord, während die Discovery noch auf rotem Alarm ist - offenbar können sie also durch die Schilde beamen.
- Der Unfall auf Titan hat die Langstrecken-Kommunikation zerstört. Zur Kommunikation mit der Erde ist die aber nicht notwendig, da würde vom Titan wohl eine einfache Radio-Kommunikation ausreichen; so wie z. B. sogar der Mars-Rover es auch macht. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Wissenschaftler-Kolonie das nicht hinbekommen würde - geschweige denn im 32. Jahrhundert.


Live long and prosper,
Vulcan

[1] https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/LampshadeHanging
 
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