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Die ersten "blauen Mäuse"
Bei der Polizei steht ein spektakulärer Farbwechsel an, Premiere in Brandenburg
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Der erste blau-weiße Polizeiwagen in Brandenburg Foto: ddp
Von Ulli Kulke
Berlin - Niemand behaupte, die neuen Länder hätten keine Ausstrahlungskraft ins übrige Land. Den grünen Pfeil hat der Osten erfunden, das rote Ampelmännchen haben alle ins Herz geschlossen, und die blauen Polizeiautos werden nun zuallererst in Brandenburg eingeführt. Pilotversuch für einen Farbwechsel, der überall ansteht, weil es in Europa schon so viele blaue Polizeiautos und so wenige grün-weiße gibt und alles einheitlich werden soll. Jetzt sind sie eingetroffen, die ersten "blauen Mäuse" bei der neuen Autobahnpolizei des Landes, die am 1. Juli ihren Dienst aufnimmt. Das deutsche Blau wird also zunächst mal als reines Preußisch-Blau getestet, bevor es sich in Bayern und anderswo durchsetzen dürfte.
Die älteren Semester in Berlin werden sich noch gut erinnern, dass zu Zeiten der Studentenunruhen und auch in den anschließenden turbulenten Zeiten die Ordnungsmacht in blauen Uniformen und Autos daherkam - weshalb die Mannschaftswagen ihren farblich abgestimmten Spitznamen "Wanne" bekamen. Vor gut 20 Jahren erst wurde West-Berlin auch in Sachen Corporate Design der Polizei an das Bundesgebiet angegliedert.
Wird nun überall alles so wie früher in Berlin? Wohl kaum, denn im Jahre 2002, da der Bayer Edmund Stoiber Kanzler werden will, läuft der Versuch am rollenden Auto nicht in Blau, sondern in Weiß-Blau. Und das Blau davon ist auch nur Fassade - eine abnehmbare Folie nämlich, damit das Auto hinterher besser verkauft werden kann. Wirtschaftliche Aspekte scheinen ohnedies die Einkaufspolitik zu dominieren, denn heute jagt der Autobahnpolizist den Missetäter auf den Highways mit einem Diesel und nicht wie einst die "weißen Mäuse" mit ihren schnittigen Porsche-Cabriolets 356 (1600 SC).
Doch auch dies ist halb so wild, denn die neuen Polizeiautos verfügen außerdem über ein neues Haltsignal-Lichtsystem auf dem Dach. Damit können die Beamten ihre Sünder nun von hinten stoppen - vorausgesetzt, die nehmen auch blaue Streifenwagen ernst. Auch das muss der Pilotversuch zeigen.
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