Bundesprüfstelle will Auktionshäuser auf den Index setzen

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sweettooth

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Wiedermal eine allseits beliebte Heise Meldung

Bundesprüfstelle will Auktionshäuser auf den Index setzen

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften macht sich für die Indizierung von Online-Auktionshäusern wie eBay.de oder Ricardo.de stark. Leiterin Elke Monssen-Engberding forderte am heutigen Montag auf einer Anhörung des Bundestags-Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Versteigerungsseiten in die Liste der für Minderjährige nicht zugänglichen Werke aufzunehmen.

Online-Auktionen seien seit langem ein "großes Problem" für den Jugendschutz, stellte Monssen-Engberding klar. Sie würden "indizierte Ware in großem Unfang auch Minderjährigen anbieten". Da die Betreiber der Web-Versteigerungen selbst mit dem geltenden Medienrecht nicht zur Verantwortung gezogen werden können, müssten sie auf die "Schwarze Liste".

Die Forderung reihte sich ein in ein Konzert anderer Stimmen, die Verschärfungen des umstrittenen Entwurfs für ein neues Jugendschutzgesetz der Bundesregierung wünschten. Markus Schnappka vom Landschaftsverband Rheinland etwa ging das Vorhaben der Bundesregierung, Hersteller und Vertreiber von Zigarettenautomaten zum Einbau von Techniken zur Alterskontrolle zu verpflichten, nicht weit genug. Die Automaten "sollten endlich aus unseren Augen verschwinden", forderte Schnappka. Auch der Jugendmedienschutz dürfe nicht zur "Länder- oder Privatsache der Eltern" degradiert werden. Der Jugendschutz könne nie mit dem technischen Fortschritt mithalten, aber mit Programmen zur Förderung von Kontrolltechniken müsse die Regierung zumindest die Distanz verringern.

Der von der CDU/CSU-Fraktion nominierte Technologie-Berater Imdat Solak wies darauf hin, welche Schlupflöcher das Internet biete: Es kämen immer mehr Spiele auf den Markt, die in ihrer Grundform "harmlos" seien und daher nicht indiziert werden könnten. Nachträglich würden diese allerdings durch unzählige Modifikationen aufgekocht. Da die Bundesprüfstelle nicht jedes einzelne Modul kontrollieren könne, müssten Provider dazu angehalten werden, "altersabhängig den Zugang zu verschiedenen Angeboten selektiv zu sperren".

Die zur Anhörung nur spärlich geladene Medienwirtschaft lehnt den Gesetzesentwurf und die auf sie zukommenden Auflagen dagegen in weiten Teilen entschieden ab. Als inakzeptabel bezeichnete Artur Waldenberger vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) die weite Auslegung des Versandhandel-Begriffs im Gesetzesentwurf. Demnach dürften jugendgefährdende und damit auch pornographische Medien nicht per Versandhandel angeboten oder eingeführt werden. Waldenberger sieht darin eine "gravierende Beschränkung des elektronischen Geschäftsverkehrs", die mit der E-Commerce-Richtlinie aus Brüssel nicht zu vereinbaren sei.

Eine Abgesandte der Bundesschülervertretung forderte, die Jugendlichen nicht von allen Gefährdungen abzuschotten. Besser sei es, mehr beaufsichtigte Berührungspunkte mit dem Internet und anderen Medien in der Schule zu schaffen. Robert Wessels vom Kommissariat der Deutschen Bischöfe wies zudem auf die Bedeutung eines zu findenden Wertkonsenses beim Jugendschutz hin. Nur eine öffentliche Debatte könne helfen, "endlich ein Gesetz zu schaffen, das von der Gesellschaft akzeptiert wird."

Die FDP will daher in einem Entschließungsantrag darauf dringen, die Novellierung des Jugendschutzrechts auf eine breitere und auch wissenschaftlich fundierte Ebene zu stellen und mit internationalen Regelungen zu verzahnen. Es könne nicht angehen, sagte der jugendpolitische Spreche der FDP-Bundestagsfraktion, Klaus Haupt, gegenüber heise online, dass "aufgrund aktueller tragischer Ereignisse der Versuch unternommen wird, wesentliche Änderungen ohne fundierte Diskussion im Eilverfahren umzusetzen". (Stefan Krempl) / (anw/c\'t)

Quelle

Jetzt mal ganz erhrlich wo soll das enden? Die können doch nicht das ganze Internet zensieren und auf den Index setzten. Was als nächstes? Alle Internetanbieter von den besagten Medien?

Und wieso kümmert sich immer noch kein Schwein um das Waffengesetz? Die Schützenvereine sind völlig aus den Medien verschwunden. Kein Wunder, Schützenvereine gehören ja zum Kulturgut.

Aber diese Idee ist der Hammer. Bin gespannt wann wir das deutsche Internet bekommen indem man nur noch auf herrlich brave deutsche Privatseiten kommen.
 
Moin Herr Heise!

:D

ebay zensiert doch schon selbst bei den artikeln, die man einstellt...

Ich habe mal einen Starschnitt von Cliff Richard versteigern wollen. Da ist mir doch tatsächlich die Auktion zweimal geschlossen worden...

Warum?

Bitchy Blondie
 
Bitchy Blondie schrieb:
Moin Herr Heise!

:D

ebay zensiert doch schon selbst bei den artikeln, die man einstellt...

Ich habe mal einen Starschnitt von Cliff Richard versteigern wollen. Da ist mir doch tatsächlich die Auktion zweimal geschlossen worden...

Warum?

Bitchy Blondie

Jugendgefährdende Musik oder Frisur mann weiß es nicht :D
 
sweettooth schrieb:
Jugendgefährdende Musik oder Frisur mann weiß es nicht

Von wegen... Ich habe hingemailt und die haben das geprüft...

"Geschlossen wegen des Wortes "Arsch" im Text..."

Idioten!!!
 
Bitchy Blondie schrieb:


Von wegen... Ich habe hingemailt und die haben das geprüft...

"Geschlossen wegen des Wortes "Arsch" im Text..."

Idioten!!!

Und wie haben die es behoben? Haben Sie das in StGesäßnitt umbenannt? :D
 
sweettooth schrieb:
Und wie haben die es behoben? Haben Sie das in StGesäßnitt umbenannt?

Konnten mir keine Lösung anbieten. Da läuft so ein Zensurprogramm alle 2 Stunden durch, das alle "No No Words" rauskickt... "Arsch" ist eins... und "Starschnitt" somit auch...
 
musst mal bei ebay nach einem staatsexamen suchen :D

btw: Die behörde rudert zurück, die chefin meinte natürlich nichts so, wie sies gesagt hat (was ja typisch ist bei politikern):

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPJS) teilt mit, dass derzeit kein Antrag einer Jugendbehörde zur Indizierung eines Auktionshauses vorliege. Nur wenn ein solcher Antrag vorliegt, kann die Behörde tätig werden. Zudem könne ein Medium wie beispielsweise ein Internet-Auktionshaus nur in die Liste der jugendgefährdenen Schriften aufgenommen werden, wenn von dem Medium selbst eine Gefährdung ausgehe. Dies könne "nach der augenblicklichen Gesetzeslage und der hier bekannten Spruchpraxis der Gerichte [...] nicht dazu führen, dass ein Medium, das den Titel eines anderen jugendgefährdenden Mediums nennt, dann auch selbst jugendgefährdend ist".

Damit stellt die Bundesprüfstelle Äußerungen ihrer Leiterin Elke Monssen-Engberding während der gestrigen Anhörung vor einem Bundestags-Ausschuss klar, die forderte, die Auktionshäuser müssten auf die "Schwarze Liste". Bei der Bundesprüfstelle heißt es heute aber auch, "dass die Angebote der Online-Auktionshäuser \'in großem Umfang\' indizierte Ware und ebenfalls bundesweit beschlagnahmte beziehungsweise eingezogene Programme anbieten, ist in der Tat ein Problem für den Jugendschutz". Dies habe bisher immer wieder zu Beschwerden geführt, und zwar vor allem von Kaufhäusern, Videotheken, aber auch von Schulen und Jugendverbänden.

Die Art und Weise der Veröffentlichung stelle einen möglichen Straftatbestand dar, der aber nicht in die Zuständigkeit der Bundesprüfstelle falle, sondern Sache der Strafverfolgungsbehörden sowie der Gerichte sei. Frau Monssen-Engberding habe im Rahmen der Anhörung zur möglichen neuen Jugendschutzgesetzgebung lediglich auf ein Problemfeld aufmerksam gemacht. Schließlich handele es sich bei den Auktionshäusern um Vermittler, nicht aber um Anbieter. (anw/c\'t)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/data/anw-04.06.02-003/
 
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