Was macht eine Lebensform eigentlich aus?

Roi Danton schrieb:
Was definiert ihr eigentlich als Leben?
Rein wissenschaftlich:
Leben
Physiologisch eine Vielzahl von chemischen und physikalischen Vorgängen an Materie bestimmter Zusammensetzung, die auf eine Erhaltung und Vermehrung dieser Materie hinauslaufen. Es gibt keine scharfe Grenze zwischen Lebendigem und Unbelebtem. Leben ist durch eine Reihe von Merkmalen gekennzeichnet, die der unbelebten Materie fehlen. Es gibt aber Systeme, die nur einige Merkmale des Lebens aufweisen, z. B. Makromoleküle mit Fähigkeit zur Selbstvermehrung (Gene, Viren). Die kleinste lebendige Einheit ist die Zelle. Das Substrat aller Lebenserscheinungen ist das Protoplasma.

Merkmale des Lebens
1. Stoffliche Zusammensetzung: Es gibt keinen ausschließlich den Lebewesen vorbehaltenen Stoff. Kennzeichnend sind dagegen das Mengenverhältnis und die Struktur der am Aufbau der Lebewesen beteiligten chemischen Grundstoffe, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor, ferner Kalium, Natrium, Magnesium (das im Chlorophyll, dem grünen Farbstoff der Pflanzen, enthalten ist), Calcium, Eisen (das im Atmungsferment Hämoglobin von großer Bedeutung ist), Chlor und Silicium. Als Spurenelemente kommen Fluor, Iod, Brom, Mangan, Arsen, Blei, Zink, Strontium und Vanadium vor. - Die wichtigsten Typen von Verbindungen, an die das Leben gebunden ist, sind die Eiweiße, Nucleinsäuren, ferner Kohlenhydrate und Fette sowie deren Derivate.

2. Lebende Systeme und Individualität: Das Leben ist an einzelne Wesen (Individuen) gebunden; doch nicht immer lässt sich die Individualität lebender Systeme scharf abgrenzen; ein Regenwurm, den man in der Mitte seines Körpers durchschneidet, ergibt zwei Regenwürmer; ebenso unscharf ist die Abgrenzung einer Einzelpflanze gegenüber ihren Ausläufern.

3. Stoffwechsel: Ein lebendes System lebt nur dann, wenn ständig Veränderungen an ihm vor sich gehen. Diese Vorgänge äußern sich als Stoffwechsel, der immer mit einem Energiewechsel einhergeht. Die Stoffe, aus denen das Lebewesen aufgebaut ist, müssen ständig erneuert werden. Daraus ergibt sich ein ineinander geschachteltes System aus Stoffaufnahme, -umwandlung und -abgabe, das sich stets im Fließgleichgewicht befindet. Beim Stoffwechsel werden auch einzelne Energieformen ineinander übergeführt: chemische (Bindungs-)Energie in Bewegungsenergie und Wärme, Lichtenergie in chemische Energie (Photosynthese) usw. Dieser ständige Ablauf spezifischer chemisch-physikalischer Vorgänge endet erst mit dem Tod. Stoffwechsel.

4. Gestalt und Größe: Die Lebensvorgänge und damit die Organismen sind stets an eine bestimmte Gestalt und eine bestimmte Größe gebunden, die jeder Pflanzen- und Tierart zukommen. Stört man diesen Bauplan (Zerschneiden, Verletzen, Pressen u. Ä.), so erlischt entweder das Leben, oder der Organismus sucht seine ursprüngliche Gestalt wieder anzunehmen (z. B. durch Regeneration).

5. Reizbarkeit (Reaktionsfähigkeit): Die lebenden Systeme haben die Fähigkeit, Vorgänge in ihrer Umwelt wahrzunehmen und durch eigene Vorgänge zu beantworten. Die Mittler dieser Eindrücke (Reize) sind im einfachen Fall reizempfindliche Zellen, die bei höheren Lebewesen zu komplizierten Sinnesorganen umgebildet werden.

6. Regulationsfähigkeit: Lebende Systeme besitzen die Fähigkeit, sich veränderten Umweltbedingungen - wenn auch nur innerhalb bestimmter Grenzen - anzupassen.

7. Fortpflanzung, identische Reproduktion: Es gibt keine ewig lebenden Tiere und Pflanzen. Der Fortbestand des Lebens ist nur dadurch möglich, daß die Lebewesen wieder ihnen ähnliche Lebewesen erzeugen. Diese Fähigkeit ist das hervorstechende Merkmal lebender Wesen. Gebunden ist diese Fähigkeit der identischen Reproduktion an die Nucleinsäuren. Dabei sind viele Organismen potenziell unsterblich, da sie sich durch Zwei- oder Vierteilung fortpflanzen. genetischer Code, Kernteilung.

8. Wachstum, Differenzierung, Entwicklung: Die höheren Lebewesen pflanzen sich nicht in ihrer ganzen Kompliziertheit fort, sondern über sehr einfach gebaute Eizellen und Samenzellen, nach deren Vereinigung die kompliziert gebauten Lebewesen dem vorhandenen Erbgut gemäß wieder heranwachsen. Dabei werden meist bestimmte Entwicklungswege eingehalten. Differenzierung, Sexualität, Metamorphose.

9. Entwicklungsgeschichte (Evolution, Phylogenie): Bei allen auf der Erde lebenden Organismen fand und findet ein steter Formenwandel statt. Aus einfachen Anfängen entwickelten sich im Lauf von Jahrmillionen die Pflanzen und Tiere in ihrer verwirrenden Vielfalt und erstaunlichen Entwicklungshöhe. Abstammungslehre, Entwicklungsgeschichte.


Also: Lediglich Punkt 7 und 9 werden nicht im klassischen Sinne vollkommen erfüllt, aber wie schon pkk es gesagt hat, sie können sich durch Klonen fortpflanzen und durch genetische Manipulation verbessern und anpassen.
=>Die Jem'Hadar sind im naturwissenschaftlichen Sinne eine mit dem Menschen vollkommen gleichwertige Lebensform!
 
Roi Danton schrieb:
Was definiert ihr eigentlich als Leben?

Tja, das ist die Frage.
Leben ist, wenn eine Lebensform Stoffwechsel betreibt, wächst, sich fortpflanzt, Reizbarkeit besitzt und den ganzen anderen biologischen Kram noch.
So, aber mal vom Biologischen abgesehen, eine Lebensform muss einen Geist (z.B. Intelligenz) und eine Seele besitzen, zumindest wurde das im Religionsunterricht behauptet.

Zusamengefasst bedeutet das, so blöd sich das auch anhört, aber Emissary hatte im Grunde genommen recht: Eine Lebensform ist eine Lebensform, wenn sie lebt.
Sie muss einen eigenen Willen haben, sich weiterentwickeln können und einen Einfluss auf die äußere Umgebung haben.
So, nun ist die Frage, trifft das bei geklonten Menschen (oder Vergleichsweise den Jem'Hadar) zu?

Jetzt kommt das Posting von pkk ins Spiel.

Auch wenn du sagst, dass das Entstehen der Lebensform letztendlich egal ist, meiner Meinung nach spielt das sehr wohl eine Rolle. Eine künstlich erzeugte Lebensform entsteht nicht auf natürlichem Wege und wäre es auch niemals ohne einen Eingriff von außen. Es wurde an ihr herumgebastelt und experimentiert und so gesehen ist es nur eine Larborratte.

Data (oder allgemein gesagt künstliche Intelligenzen) sind auch in dem Sinne keine echten Lebensform, sie sind nur zu dem fähig, was ihr Erschaffer ihnen ermöglicht hat, sie können sich nicht von selbst weiterentwickeln, wie z.B. wachsen. Data sagte ja einmal: "Meine Beine waren 66,4 cm lang, als ich geboren wurde, sie sind zum jetzigen Zeitpunkt 66,4 cm lang und sie werden 66,4 cm lang sein, wenn ich ausser Dienst gestellt werde.". Auch die Intelligenz ist eigentlich nicht mit der des Menschen vergleichbar, denn er wiederrum ist nur zu dem fähig, was sein Erschaffer ihm ermöglicht hat, er kann z.B. keine Emotionen empfinden.
Um wieder auf die Jem'Hadar zurückzukommen, auch sie empfinden keinerlei Emotionen, da soetwas im Kampf ablenkend wäre, ihre Gene wurden dementsprechend verändert.
So und wenn man nun einen geklonten Menschen als Beispiel nimmt, welcher völlig von genetischen Fehlern bereinigt wurde und somit die am höchsten und reinsten entwickelte Lebensform darstellt, so ist es trotzdem keine auf natürlichem Wege entstandene Lebensform, sondern wurde eigens zum Perfektsein "konstruiert". Wo ist da noch die Natur enthalten?
Welches Recht haben wir, Gott zu spielen und zu bestimmen, welche Eigenschaften ein geklonter Mensch haben soll und welche nicht?

Zu diesem Thema gab es doch auch mal einen Spielfilm, wo jeder Neugeborene eine DNA-Neustrukturierung durchfuhr. In dem Film ging es um 2 Brüder, der eine genetisch aufgewertet, der andere nicht. Der "natürliche" Bruder hatte den Traum, in einer Gesellschaft, in der nur "perfekte" Menschen akzeptiert werden, Astronaut zu werden und am Ende schaffte er es ja. Weiss noch jemand den Namen?
 
Allerdings bleibt noch die Frage, ob die Jem'Hadar im philosophischen Sinne gleichwertig mit dem Menschen sind, aber darauf habe ich heute kein Bock mehr. Habe heute schon genügend Philo gehabt!
 
Orginal erstellt von Faszinierned:
Auch wenn du sagst, dass das Entstehen der Lebensform letztendlich egal ist, meiner Meinung nach spielt das sehr wohl eine Rolle. Eine künstlich erzeugte Lebensform entsteht nicht auf natürlichem Wege und wäre es auch niemals ohne einen Eingriff von außen. Es wurde an ihr herumgebastelt und experimentiert und so gesehen ist es nur eine Larborratte.

Das heißt, wenn der Mensch nur ein Genexperiment von Ausserirdischen wäre, wäre er nur eine Laborratte?

Welches Recht haben wir, Gott zu spielen und zu bestimmen, welche Eigenschaften ein geklonter Mensch haben soll und welche nicht?

Eine gute Frage, aber:
Sollen Erbrkankheiten denn nicht geheilt werden? Sollen unsere Gene, um das überleben zu sichern, nicht an andere Umweltbedingungen angepasst werden?
 
Roi Danton schrieb:
Das heißt, wenn der Mensch nur ein Genexperiment von Ausserirdischen wäre, wäre er nur eine Laborratte?

Sofern es dort draussen wirklich irgendwo ausserirdisches Leben gibt, sind wir denen vermutlich so weit unterlegen, dass wir für sie wohl in der Tat nicht mehr als eine Laborratte darstellen.
Aber deine Beispiele sind wirklich interessant...

Roi Danton schrieb:
Eine gute Frage, aber:
Sollen Erbrkankheiten denn nicht geheilt werden? Sollen unsere Gene, um das überleben zu sichern, nicht an andere Umweltbedingungen angepasst werden?

Was sind für sich Erbkrankkeiten?
Ist es ein Defekt, welcher z.B. für eine schnellere Alterung sorgt, oder ist es angeborene Blindheit, oder einfach alles?
Wie sagte La Forge so schön in der letzten TNg-Folge: "Ihr Leben wird von einem Stück Technik gerettet, welcher einer Person gehört, der in ihrer Gesellschaft nie existiert hätte."
Es ist schwierig zu sagen, welche Krankkeiten für die Gesellschaft von Vorteil sind und welche für die betreffende Person zu grausam zum leben sind.
Ich stimmt dir zur Hälfte zu, dass ein Eingriff in die DNA sicherlich zum Vorteil der jeweiligen Person ist, aber ist es auch ein Vorteil für die Menschheit?
Es ist ja nicht damit getan, einfach nur bestimmte Gene zu verändern oder zu korrigieren, oder womöglich zu entfernen, alle Eingriffe ziehen ja auch Konsequenzen hinter sich her, womöglich bringen wir die gesamte DNA des Menschen durcheinander.
Wie sagte Reynolds mal so schön: "Sobald wir Menschen in der Lage sind, etwas zu verändern, werden wir auch daran rumpfuschen."
Unser Ökosystem haben wir ja immerhin bald zerstört...
 
Ich meinte mit Gendefekten eher sowas wie Muskelschwund. Auch Erbkrankheiten beziehe ich mit ein. Ich denke einfach, man sollte soetwas verhindern, wenn es geht. Aber auf keinen Fall will ich zb. das verändern der augenfarbe, der größe, des Geschlechtes, usw.

PS: Falls die Menschheit(vielleicht auch die ganze Erde) jetzt ein ET-Expermint wäre, wäre sie dann Leben (denn sie wäre ja künstlich erzeugt worden)?
 
Roi Danton schrieb:
Ich meinte mit Gendefekten eher sowas wie Muskelschwund. Auch Erbkrankheiten beziehe ich mit ein. Ich denke einfach, man sollte soetwas verhindern, wenn es geht. Aber auf keinen Fall will ich zb. das verändern der augenfarbe, der größe, des Geschlechtes, usw.

In die Natur eingreifen? Das bringtr nie was gutes, zwar hört es sich gut an "Lassen sie ihr Kind rechtzeitig die Gene umpolen"...
Aber mal ganz ehrlich, diese Krankheiten gibt es schon zich Millionen Jahre, und wie sähe die Erde wohl aus, wenn es diese Krankheiten nicht gäbe? Die Erde wäre überbevölkert, was sie eigentlich schon ist, und solche Krankheiten sorgen für eine natürlich Selektion, so wird ein Gleichgewicht gehalten.
Krankheiten bekämpfen, is ok, aber das Genmaterial so zu verändern, dass ein Mensch nicht krank wird, das geht zu weit, den irgendwann ist die Erde dadurch überbevölkert oder gar ganz leer, da man bekannte Krenkheiten beseitigt hat und das Imunsystem kaum mehr gebraucht wird, wenn dann eine unbekannte Krenkheit kommt, dann hilft das geschwächte Imunsystem auch nicht mehr. Wenn man aber alle Krankheiten beseitigen kann, was dann? In einer solchen Welt möchte ich nicht leben, wo jeder MEnsch nur 10m² hat.

Wenn der Mensch in die Natur eingreift, dann hat das schlimmere Folgen, als es die schlimmsten Krankheiten mit sich bringen.
 
Es gab auch zich Millionen Jahre kein Penecelin, es gab zich Millionen Jahre keine Krebsvorsorge und Behandlung, es gab zich Millionen Jahre keinen Strom...


Das Argument mit der Überbevölkerung zieht aber nicht: In den westlichen Industrienationen(wo die Versorgung mit Medikamenten am besten, und das Gesundheitssystem am ausgereiftesten ist), steigt die Bevölkerung weit weniger schnell, als in den Ländern, in denen es eine so Gute Versorgung nicht gibt.(Ich weiß, das der Gesundheitsstandart nicht der einzige Grund dafür ist, aber es ist auf jedenfall einer)
 
Roi Danton schrieb:
Es gab auch zich Millionen Jahre kein Penecelin, es gab zich Millionen Jahre keine Krebsvorsorge und Behandlung, es gab zich Millionen Jahre keinen Strom...


Das Argument mit der Überbevölkerung zieht aber nicht: In den westlichen Industrienationen(wo die Versorgung mit Medikamenten am besten, und das Gesundheitssystem am ausgereiftesten ist), steigt die Bevölkerung weit weniger schnell, als in den Ländern, in denen es eine so Gute Versorgung nicht gibt.(Ich weiß, das der Gesundheitsstandart nicht der einzige Grund dafür ist, aber es ist auf jedenfall einer)

Ja, es gab damals keine Antibiotica, und dergleichen., keinen Strom und all das.
Dafür wurden die Menschen auch nicht mehr als 20-30 Jahre alt. Das glichen sie halt mit vielen Kindern aus(davon starb ja eh die hälfte oder so). Heutzutage ist die Lebenserwartung beu uns deutlich höher, als ergebniss daraus ist die Durschnittliche anzahl von Kindern pro Familie auf 1-2 geschrumpft(zumal Kinder Heutzutage extrem teuer im Unterhalt sind).

sieh dir jetz mal China an, eine Steigende Medizinische Grundversorgung besonders in den Großstädten, steht der "Viele kinder = Feine Sache" Mentalität der ländlicheren Regionen gegenüber. Es geht nur das Eins, langes Leben mit wenig kindern, oder massig Kinder und Kürzeres leben, alles andere bringt das Gleichgewicht durcheinnander.
Wenn mehr geboren werden als Sterben, wirds zwangslaüfig enger.

Radikal könnte man sogar sagen, das all die Alten leute, die bloß noch leben weil sie täglich ihre Medizin schlucken, laut Mutter Natur schon längst hätten abtreten sollen um dem Nachwuchs Platz zu machen. :hmm:

so, das war meine Tägliche dosis "vom thema abschweifen". *AAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHH* :)
 
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