Gesamtbewertung Staffel 1

Wie bewertet ihr Staffel 1

  • Gelungen

  • Neutral

  • Enttäuscht


Die Ergebnisse sind erst nach der Abstimmung sichtbar.

Boothby

Admiral
Teammitglied
Da die Staffel 1 nun Geschichte ist, möchte ich mit euch zu einem Fazit kommen. Wie bewertet ihr Staffel 1?
 

Vulcan

Lieutenant
Meine Erstbewertung nachdem ich die Serie bisher nur in der ursprünglichen Reihenfolge gesehen habe (die Bewertung könnte sich natürlich ändern, wenn ich später mit Kenntnis des Endes dann nochmal alle Folgen anschaue.)

tl;dr
PIC ist das beste "Star Trek" der letzten 15 Jahre!
PIC ist eine ziemliche Enttäuschung.

Das ist meines Erachtens nach beides korrekt, was im Wesentlichen darauf zurückführen ist, dass alles offizielle Star Trek der letzten 15 Jahre eine noch viel größere Enttäuschung war, sowohl das unausgegorene DIS als auch die absolut schwachsinnigen, schrecklichen Abrams-Machwerke. PIC ist somit gewissermaßen der Einäugige unter den Blinden. Zwischenzeitlich hatte ich mit Schlimmerem gerechnet.

Skalen jeweils 0 bis 10

Gesamturteil: 5/10

Episodenwertung:

1x01 Gedenken: 8/10 Ein ordentlicher Pilotfilm, der trotz kleinerer Schwächen das Setting und die Figuren gut einführt und Lust auf mehr macht.
1x02 Karten: 6/10 Zusätzlicher Build-up ohne große Handlung; einige Teile des Pilotfilms scheinen bereits als Nebelkerze enttarnt zu sein.
1x03 Ende: 5/10 Noch mehr Build-up, dafür können wir am Ende endlich in den Weltraum starten.
1x04 Offenheit: 6/10 Elnor aufsammeln, ein neuer Planet; Hintergrund zu den Romulanern.
1x05 Gnade: 0/10 Gore, "Merci" Kill, Mord, absolute Lächerlichkeit und noch mehr Mord und Mord an Sinn und Verstand.
1x06 Box: 2/10 Narek aktiviert Soji; Elnor zurücklassen.
1x07 Nepenthe: 5/10 Meet the Rikers; Kill the xBorg.
1x08 Bruchstücke: 7/10 Die Hintergründe werden aufgelöst; und sogar bis zu einem gewissen Grad stimmig.
1x09+10 Aracadia: 6/10 Ein "würdiger" Abschluss für eine durchwachsene Staffel und endlich kommt auch ein wenig Star Trek-Philosophie vor.

Handlung 4/10
Die Staffelhandlung wird die gesamten 10 Folgen lang konsequent verfolgt. Es gibt dabei zwar Ausflüge, aber die Haupthandlung wird nie aus den Augen verloren. Und auch wenn die Handlung am Ende (für heutige Maßstäbe) befriedigend vollendet wird und in sich weitgehend stimmig ist, bleiben viele lose Enden und offene Fragen. Auch bleibt die Behandlung der Themen absolut oberflächlich. Das ist besonders unerfreulich, da die Handlung insgesamt kaum für mehr als eine 90er-Jahre-Doppelfolge reicht.

Originalität 1/10
Schon wieder Künstliche Intelligenz, schon wieder Unmengen an Geheimdiensten; dazu packen wir alle gängigen Klischees des 2010er-Fernsehens. Im Pilotfilm wurde kurz angeteast, es könne um aktuelle politische Themen (z. B. Umgang mit Vertriebenen, Naturkatastophen) gehen, um Bürgerrechte und Terrorismus, oder um allgemein den Umgang mit einer Gesellschaft, die in die Autokratie abdriftet. Das stellt sich dann aber schnell alles als Nebelkerze heraus. Wer auf Neues gehofft hat, bleibt enttäuscht.

Message 3/10
Die Serie entledigt sich (unnötigerweise) eines Großteils der Message von Star Trek: die Gesellschafts-Vision, die technologischen Wunder, die ökologische Utopie; der selbsterkannte, erwachsene Mensch. Immerhin wird aber an einigen Stellen und inbesondere im Finale dann doch noch humanistisch gehandelt: zu wenig, zu spät, aber immerhin.

Storytelling 5/10
Die serialisierte Handlung ist als solche erkennbar und funktioniert im Kern, soll heißen man erkennt, dass hier von Anfang an ein Plan verfolgt wurde. Es bleiben aber leider zu viele offene Fragen und das Springen zwischen den Zeitebenen wirkt eher als Mittel, um den Zuschauer ausreichend zu verwirren, damit er diese offenen Fragen vergisst.

Editing 5/10
Ganz besonders dem Pilotfilm und in geringerem Ausmaß den weiteren Anfangsfolgen und den Abschlussfolgen merkt man eine deutlich höhere Konsistenz an als z. B. DIS. In der Mitte gab es dabei aber einen riesigen Einbruch; Folgen 5 und 6 wirken als ob überhaupt niemand sich Gedanken über Logik oder Sinn gemacht habe. Bei einer serialisierten Serie zieht das die Gesamtqualität dann leider sehr runter.
Auch gibt es selbst in den besseren Folgen offensichtliche Oversights wie z. B. dass Picard gar nicht erst auf die Idee kommt, Dahjs Eltern zu kontaktieren.

Interne Kontinuität 8/10
Die Gesamthandlung folgt weitgehend einer Kontinuität und einmal etablierte Fakten bleiben dann auch weiterhin so bestehen und werden auch in den weiteren Folgen entsprechend wieder aufgegriffen. Es gibt aber kleinere Zeitfehlerchen (wie Rhamdas Assimilierung).

Externe Kontinuität 5/10
Die Serie übernimmt viele Elemente der Vorgänger; lässt sich dabei aber große künstlerische Freiheit beim Uminterpretieren der Föderation sowie der Charaktere Picard und Seven, was bereits Bekanntem direkt widersprecht. Ein weiteres Minus dafür, dass z. B. die präsentierten Schiffe weitgehend aus DIS stammen (also von 150 Jahre vor der Handlung), wo es so naheliegend gewesen wäre, etwas aus der TNG/DS9/VOY-Zeit zu zeigen (nur 20 Jahre vor der Handlung). Einen Pluspunkt für die Einbindung der verschiedenen Romulanertypen (aus TOS und TNG, auf Beulenköpfe hätte ich verzichten können, aber ohne die Tattoos sind auch die ok). Gleichzeitig gibt es ein paar unerklärte Umbenennungen (z. B. Synths).

Design 7/10
Die Uniformen fand ich adqäuat dem Stil folgend und ingesamt ok und die Föderationsschiffe zwar langweilig (weil so wenige Modelle), aber immerhin im Design erkennbar; die Romulaner-Schiffe waren auch als solche erkennbar. Leider gibt es kaum Außerirdische und ich weiß auch nicht, warum die Androiden am Ende goldfarben sein mussten - hätte man sie doch lieber Data-farben gelassen.

Spezialeffekte 5/10
Die Spezialeffekte fand ich durchgehend ganz in Ordnung. Wie @chrisbergr dargelegt hat, waren sie zeitweise nicht gerade phantastisch und die Föderationsflotte am Ende war dann auch nochmal irritierend lahmes Copy-und-Paste, aber insgesamt haben sie ihre Aufgabe ordentlich erledigt. Allerdings gibt es 2 Punkte Abzug für Loser Flares!

Sets 8/10
Ich habe an den Sets nichts auszusetzen, was erstmal ein gutes Zeichen ist. Auf der anderen Seite ist aber auch nichts Ikonisches dabei, was sich einem ins Gedächtnis prägt.

Cast 8/10
Der Cast war angemessen. Die Hauptdarsteller sind durchaus fähig, neben Patrick Stewart hat mir insbesondere Isa Briones gut gefallen und Santiago Cabrera hat man die Freude bei der Darstellung der Hologramme durchaus angemerkt. Auch gab es genug Nebendarsteller der Woche und Statisten, dass sich das Universum auch wieder als solches anfühlt - anders als bei den gefühlt nur insgesamt 15 Personen, die im gesamten DIS-Universum existieren.

Diversität 10/10
- 4 Männer, 3 Frauen
- 4 Menschen, 2 Romulaner, 1 Android
- 6 weiße, 1 schwarze
- einigermaßen diverse wiederkehrende Charaktere.

Charakteridentifikation 8/10
Die Charaketere sind deutlich weniger weit entwickelt als in TNG. Im Gegensatz zu DIS sind sie aber immerhin trotzdem als Identifikationsfiguren durchaus brauchbar. Ich konnte mich letztlich in fast jeden der Charaktere zum einen oder anderen Zeitpunkt hineinversetzen und wollte für die meisten Charaketere, dass es ihnen gut geht. Auch waren die Handlungen der Charaktere weitgehend nachollziehbar.
2 Punkte Abzug gibt es für die bartzwirbelnden Klischee-Bösewichte (insbesondere Narissa).

Titel 8/10
Die Folgentitel beschreiben die Folgen adäquat. Das Finale geht dabei einen Sonderweg mit dem kreativen Bezug, ist aber dennoch verständlich (im Gegensatz dazu weiß ich bei einem Großteil der DIS-Folgen bis heute nicht, was die Titel sollten).

Vorspann 8/10
Der Vorspann ist solide und gleichzeitig originell genug, aber am wichtigsten: eine passende Einleitung für eben genau diese Serie.

Musik 7/10
Die Musik war weitgehend passend und orientierte sich an passenden Stellen an seinen Vorgängern.

Strange New Worlds 6/10
Wir kriegen mit Vashti, Freecloud, Nepenthe, Coppelius und der Erde eine handvoll Welten präsentiert, welche bis auf Freecloud auch ganz gut gelungen sind.

New Life, New Civilizations 4/10
Die neuen Androiden sind zentraler Bestandteil der Handlung; andere neue Lebensformen kommen eher nur am Rande (insbesondere auf den oben erwähnten Welten) vor.

To boldy go, where no one has gone before 2/10
Es werden kaum neue Ideen erforscht - höchstens die Admonition war in dieser Form so noch nicht bei Star Trek. Jedoch werden vorhandene Ideen bis zu einem gewissen Grad neu arrangiert.

Live long and prosper,
Vulcan
 
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