1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Wir hatten ein paar technische Probleme, die wir durch Installation einer neuen Forensoftware lösen konnten. Es ist noch nicht alles schick, aber wir arbeiten daran.

    Weitere Informationen gibt es hier: * * * K L I C K * * *
    Information ausblenden

[US-Serie] The Orville

Dieses Thema im Forum "Serien" wurde erstellt von DJ Doena, 2. November 2017.

  1. DJ Doena

    DJ Doena Admiral Mitarbeiter

    The Orville hat gerade eine zweite Staffel bekommen. Die erste Staffel wird wie geplant 13 Folgen haben.

    Die Serie ist eine Homage an Star Trek: The Next Generation.

    Anstelle des Flagschiffes der Föderation mit den Besten der Besten der Besten haben wir es diesmal mit einer Crew eines mittelgroßen Cruisers zu tun, die mit einer durchschnittlich qualifizierten Crew besetzt ist. Der Captain hat den "Sitz in der Mitte" (der diesmal nicht in der Mitte ist) bekommen, einfach weil die Union (die Pseudo-Föderation) nicht genug hochqualifizierte Captains hat. Der Pilot ist ein Kumpel vom Captain, der auch schon mehrfach Scheiße gebaut hat und deshalb von keinem anderen Captain genommen werden würde.

    Dann haben wir noch einen Data- und einen Worf-Ersatz. Außerdem in Kitan eine Figur, wie wir sie in der Art meines Wissens nach noch nicht hatten.

    Die Serie braucht nur relativ wenige Folgen, um herauszufinden, was sie sein will und hat innerhalb der ersten sieben Folgen schon sehr gutes Material abgeliefert.

    Das schöne ist, dass aufgrund des Homage-Faktors eine heimelige Nostalgie aufkommt, die aber auch nur funktioniert, weil man sich in die Figuren hineinversetzen kann.

     
  2. Vulcan

    Vulcan Lieutenant

    In Anlehnung zur Halbstaffelanalyse zu Discovery, hier mal eine analoge Staffelanalyse für The Orville.

    Skalen jeweils 0 bis 10. Die Werte sind jeweils im Kontext zu DIS gebildet worden. Gut möglich, dass der direkte Vergleich zu DIS The Orville nochmal besser aussehen lässt als es sowieso schon ist.

    Gesamturteil: 10/10
    Endlich wieder eine Star Trek-Serie - oder besser gesagt eine Serie, die die Botschaft von Star Trek ernst nimmt, Spaß macht, interessante Geschichten erzählt und wo man enifach immer froh ist, eine neue Folge zu sehen.

    Episodenwertung:
    1x01 Old Wounds: 8/10 Pilot, der die Charaktere und die Prämisse vor dem Hintergrund einer interessanten Handlung einführt.
    1x02 Command Performance: 9/10 Über die Schwierigkeiten, unerwartet Verantwortung zu übernehmen
    1x03 About a Girl: 10/10 Ein interessantes Analogon über Geschlechteridentität und Gesellschaftserwartungen
    1x04 If the Stars Should Appear: 8/10 Solide "World in a ship"-Geschichte
    1x05 Pria: 8/10 Zeitreise-Story
    1x06 Krill: 10/10 Erörterung der Frage "Wie beendet man einen Konflikt?"
    1x07 Majority Rule: 8/10 humorvolle Aufarbeitung der "like-Button"-Thematik
    1x08 Into the Fold: 6/10 Charakterstory über Androiden und Kinder
    1x09 Cupid’s Dagger: 8/10 Humorvolle Verarbeitung einer Friedenskonferenz-Folge
    1x10 Firestorm: 7/10 Phantasie trifft Wirklichkeit-Thematik
    1x11 New Dimensions: 9/10 Charakterentwicklung und Flatland
    1x12 Mad Idolatry: 9/10 Entwicklung einer Zivilisation


    Handlung 10/10
    Die Handlung der wöchentlichen Folgen ist interessant und macht Lust auf mehr.
    Die Serie schafft es dabei gekonnt, die wöchentlichen Themen einerseits ernsthaft zu behandeln, dabei aber andererseits eine angemessene Menge Humor einzubringen und folgen-übergreifend Wert auf Charakterentwicklung zu legen.

    Originalität 10/10
    Wöchentlich interessante Betrachtung neuer Themen sowie Neubetrachtungen bekannter Themen mit neuem Twist, ergänzt um lose Rahmenfäden.

    Message 9/10
    Die Serie zeigt die positive Zukunftvision von Star Trek aus einer neuen Perspektive: Die Protagonisten sind stärker wie heutige Menschen, die aber versuchen, ihr bestes zu geben und in die utopische Vision, an die sie glauben, zu passen. Die Schwächen treten bei ihnen deutlicher hervor als z. B. bei einem gefestigten Jean Luc Picard, was das ein oder andere Problem mit sich bringt. Sie handeln aber gemeinsam und weitgehend rational, um die Probleme zu lösen. Es wird entsprechend versucht, Konflikte durch gegenseitiges Verständnis zu lösen, statt durch den Phaser in der Hand.
    Darüber hinaus legen die Protagonisten ihre Motivation dar, so dass klar wird, was sie weswegen vertreten.

    Storytelling 10/10
    - Die Serie ist weitgehend episodisch organisiert mit kleineren Handlungsfäden, die über die Folgen hinweg weitergesponnen werden. Die Charaktere entwickeln sich damit realistisch über die Folgen. Die Drama-Anteile werden angemessen durch Humor aufgewertet.
    Die Handlung wird stringend und nachvollziehbar erzählt.
    - Die Serie hat ein Schauspieler-Ensemble, welches in ähnlich großen Teilen Berücksichtigung findet, so dass bereits jetzt im Grunde jede(-r) der Protagonist(-inn-)en seine/ihre eigene Folge hatte.

    Editing 10/10
    Die Folgen sind gut aufbereitet. Es wird gut darauf geachtet, dass die Handlung für den Zuschauer Sinn ergibt und die Dialoge und Abläufe packend sind.

    Interne Kontinuität 10/10
    Mir sind keine relevanten Logikfehler aufgefallen, nur Kleinigkeiten.

    Externe Kontinuität ---
    Nicht anwendbar, da die Serie für sich selbst steht und nicht behauptet, in einem bereits vorher bestehendem Kontext zu spielen.

    Design 9/10
    Die Schiffe, Stationen und Planeten sind überzeugend, sehen cool aus und haben Wiedererkennungswert. Die Uniformen sind von der Grundidee natürlich an Star Trek angelehnt und machen entsprechend auch Laune. Ich persönlich mag es sehr, direkt an der Farbe der Uniformen zu erkennen, zu welcher Abteilung die Leute gehören.

    Spezialeffekte 9/10
    Die Effekte unterstützen die Handlung und kommen einem wie ganz natürlich vor. Sie sind aufgeräumt, sehen gut aus und werden nicht unnötig eingesetzt.

    Sets 9/10
    Die Sets sind sehr gut designet, man sieht ihnen immer direkt an, wofür sie da sind. Das gilt auch für die wöchentlich wechselnden Außensets. Lediglich der Maschinenraum ist vielleicht etwas einfach gestrickt und trotzdem schick.

    Cast 9/10
    Die Serie verfügt über einen ordentlichen Cast. Auch die wöchentlichen Gastcharaktere sind immer interessant und werden gelegentlich sogar durch große Hollywood-Stars ergänzt.
    Bzgl. schauspielerischer Qualität ist mir eigentlich nichts besonders aufgefallen - auch wenn ich anfangs Bedenken bzgl. MacFarlane hatte; aber auch er hat sich schnell gefangen. Positiv ist die ausgezeichnete Chemie zwischen MacFarlane und Palicki zu erwähnen.

    Diversität 8/10
    - 4 Männer, 1 (männlicher?) Android, 3 Frauen
    - 5 Menschen, 1 Kaylon, 1 Moclan, 1 Xelayan
    - 4 weiße, 3 schwarze, 1 silberner Android
    - Die Nationalität der Menschen wurde bisher nicht thematisiert, vom Gefühl sind aber wohl alles Nordamerikaner, dann also ein Abzug dafür.
    - Ein Abzug dafür, dass Personen asiatischer Abstimmung nur in Nebenrollen auftauchen.

    Charakteridentifikation 9/10
    Die Protagonisten sind weitgefächert, teilweise sind sogar echte Trottel dabei. Nichts destotrotz sind sie sofort sympathisch und man identifiziert sich mit ihnen und fühlt mit ihnen.

    Titel 6/10
    Die Folgentitel sind direkt heraus und beschreiben kurz und prägnant die Folge ohne zu viel zu verraten.

    Vorspann 10/10
    Der Vorspann zeigt in guter Tradition das Ziel der Erforschung des Weltraums.

    Musik 8/10
    Gute musikalische Untermalung mit ordentlichem Wiedererkennungswert.


    Strange New Worlds 9/10
    Wir sehen fast jede Folge eine neue Welt oder ein neues Phänomen.

    New Life, new civilizations 10/10
    Es werden zahlreiche neue Spezies und neue Zivilisationen eingeführt und telweise auch tiefer beleuchtet. Orville dürfte bereits mindestens eine handvoll neuer Spezies näher beleuchtet haben als DIS den Klingonen hinzugefügt hat, im Prinzip der einzigen Spezies in DIS.

    To boldy go, where no one has gone before 10/10
    Jede Folge beleuchtet eine neue Idee oder gibt einer bestehenden Idee eine neue Perspektive. Gene wäre stolz auf Seth!

    Live long and prosper,
    Vulcan
     
  3. DJ Doena

    DJ Doena Admiral Mitarbeiter

    Ich mag die Orville-Crew und ihre Geschichten.

    Aber wenn man ganz ehrlich ist, dann sind die Geschichten nicht gerade neu. Gerade die letzte Geschichte war Schritt für Schritt vorhersehbar. Als Kelly die Kleine geheilt hat und der Planet verschwand wusste ich genau, was als nächstes passieren würde. Als sie den "Papst" überzeugt hatten, war auch klar, was passieren würde. Aber genau beim Papst und seinem Kardinal stellte sich auch die Frage, warum die so aussehen wie ein irdischer Papst und Kardinal und nicht etwas tragen, was an die Heilige Kelly erinnern würde, zumal sie ja detaillierte Kirchenfenster zu ihrem Aussehen hatten.

    Davon abgesehen finde ich es schade, dass Bortus seit der Baby-Geschichte in allen Folgestories nur noch als Staffage diente. Wenn er aber was gesagt hat, waren seine One-Liner mit die witzigsten der Folge.
     
  4. Vulcan

    Vulcan Lieutenant

    Ja, The Orville lässt sich für die Konzepte, die es behandelt, gerne bei uns bekannten Stories inspirieren, die letzte Folge ist dafür ein sehr klares Beispiel. Zweifellos werden hier Elemente kombiniert aus z. B. Blink of an Eye (VOY), Meridian (DS9), Who Watches The Watchers (TNG).
    Es zeigt aber auch wieder, was The Orville deutlich besser macht als Discovery. Discovery scheut sich bisher ja sehr vor komplexen Themen/Konzepten, aber z. B. mit Magic to Make the Sanest Man go Mad wurde auch versucht, ein altbekanntes interessantes Thema aus Deja Vu (TNG) neu aufzubereiten.
    Der Unterschied ist: The Orville hat aus den Ansatzpunkten der verschiedenen Inspirationsquellen eine - wenn auch vorhersehbare - absolut in sich stimmige Folge kreirt, die absolut Sinn ergibt;
    Discovery hat hingegen einen Irrläufer produziert, in welchem z. B. der Großteil der Folge darauf verschwendet wird, eine Information zu erhalten, die vollkommen irrelevant ist - hier stand wohl einerseits das Storytelling-Konzept der Einzel-Protagonistin der Handlung massiv im Weg (weil Stamets hier eigentlich der logische Aktivposten hätte sein müssen) und andererseits wollte man dann noch die künstliche Affäre mit Tyler dringend da reinpressen. Das Ergebnis ist eine extrem holprige und unrunde Geschichte - dass es sich um eine der besseren Discovery-Folgen handelt, sagt dabei mehr über die Serie als über die Folge aus.

    Als Kelly die Kleine geheilt hat und der Planet verschwand, war ich mir noch unsicher, ob die Kleine beim nächsten Auftauchen erwachsen sein würde oder wir uns deutlicher in der Zukunft (des Planeten) befinden würden. ;)
    Bzgl. der Kostüme des Papstes ist die beachtliche Parallelentwicklung zur ErdMode natürlich bemerkenswert, ob sie aber eine Kelly-artige Kluft tragen müssten, weiß ich nicht. Hier auf der Erde war das Erscheinungsbild des Papstes meines Wissens nach auch nie wirklich an das Erscheinungsbild von Jesus oder Gott als solchem angelehnt - ich bin allerdings kein Kirchenhistoriker. (Im Gegensatz z. B. zu den ägyptischen Pharaonen, die sich oftmals als Götter in Menschengestalt verstanden, ist der Papst ja "nur" der Stellvertreter Gottes auf Erden.) Die sehr demütige Reaktion des Papstes auf Kellys zweites Erscheinen, lässt durchaus den Schluss zu, dass eine direkte Imitation von Kellys Kleidung in diesem Glauben möglicherweise als Zeichen mangelnder Demut interpretiert werden könnte - Blasphemie!

    Ich freue mich auch schon darauf, in Staffel 2 wieder die ein oder andere Bortus-Folge zu sehen. Allerdings muss ich sagen, dass das im Prinzip für alle Charaktere gilt - wenn auch vielleicht in unterschiedlichen Abstufungen. Orville zeigt hier in meinen Augen, wie einem ein Ensemble-Cast auf natürliche Weise eine große Bandbreite an Geschichten ermöglicht, wenn man es richtig einsetzt.

    Live long and prosper,
    Vulcan