Episode 2x01: "Brother"

Dieses Thema im Forum "Star Trek Discovery (2017)" wurde erstellt von Vulcan, 20. Januar 2019.

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  5. 1 - sehr schlecht

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  1. Vulcan

    Vulcan Lieutenant

    So, ich war ja von der ersten Staffel wenig begeistert aufgrund der - wie ich finde - qualitätsarmen Ausführung von Seiten der Autoren. Nichtsdestotrotz gebe ich der Serie noch eine Chance, da ich zwar finde, dass die Ausführung sehr schlecht war, es aber durchaus die ein oder andere interessante Grundidee gab, wenn auch der Kern von Star Trek bisher nur wenig Platz fand. Im Vergleich: in Abrams Trek ist meiner Meinung nach nicht nur die Umsetzung absolut misslungen, sondern auch bereits in den Grundideen absolut nichts Interessantes zu finden.

    Ich habe nun also die erste Folge der zweiten Staffel angeschaut und muss sagen, dass ich es (bisher) nicht bereut habe. Es werden neue Charaktere eingeführt, die durchaus interessant sind und mit denen man sich identifizieren kann.
    Auch wenn die erste Folge selbst noch nicht viel Handlung aufweist, sondern vielmehr hauptsächlich das Setting für die Staffel legt und ein paar Action-Sequenzen vorführen will, kommt hier durchaus Star Trek-Feeling auf.

    Natürlich gibt es wieder einige (unnötig) offengelassene Fragen zu den Details, aber immerhin sehe ich dieses Mal nicht die ganz offensichtlichen Widersprüche und Schwachsinnigkeiten, die die erste Staffel so geprägt haben.

    Ich bin also durchaus erstmal guter Dinge für den weiteren Verlauf.*

    Der weitere Text enthält nun im zunehmenden Maße Spoiler (inklusive der Aufklärung für den * oben).
    Der neue Pike macht sich sehr gut; auch Burnham ist - jetzt wo sie nicht mehr aufgezeert wird vom Reuemodus - erfreulicher; ich hoffe, dass sich diese Tendenz fortsetzt; im Prinzip war sie in der ersten Staffel am besten in den drei Minuten auf der Shenzhou bevor sie in den Raumanzug steigt, hoffentlich kann sie diesen Elan vollständig wiederfinden. Auch Commander Reno ist bisher eine interessante Ergänzung.

    *Möglicherweise tut es der Folge auch gut, dass die nervigsten und beklopptesten Altlasten der ersten Staffel nicht auftauchen, d. h. die SpaceOrks sowie Imperator Georgiou (und Sektion 31). Das wird sich wohl leider innerhalb der Staffel noch ändern - ich hoffe einfach mal, dass sie nicht viel Raum einnehmen.

    Ein paar Details:
    - Burnham gibt die Anzahl der Besatzungsmitglieder der Enterprise mit 203 und vollständig an. Tatsächlich spricht Pike in der Käfig wohl ebenfalls von 203 Crewmitgliedern, allerdings ohne ihn selbst, wenn ich mich recht entsinne. Eine gewisse Schwankung dürfte aber ja normal sein. [Für Kirk's Fünf-Jahres-Mission wird die Größe der Crew dann gut verdoppelt.]
    Interessant ist, dass Burnham bei ihrer Aussage noch nicht weiß, dass Spock nicht mehr an Bord ist. Annehmen muss man hier, dass Burnham schlichtweg auf dem Monitor die aktuelle Besatzungsstärke angezeigt wird und es keine Information aus ihrem Gedächtnis ist.
    - der TransporterChief hat einen Visor.
    - Es gibt einige unnötig ausweichende Antworten, um das Publikum zu ärgern: z. B. Pike auf Burnhams Frage nach Spock; gravierender: Sarek antwortet auf Amandas Frage, was mit Michaels Eltern passiert ist, vollkommen unvulkanisch "das Unvorstellbare".
    - Die Turbolifte bewegen sich durch riesige "freie" Räume? Das fand ich schon recht beknackt.
    - Linus niest den Wissenschaftsoffizier an... ernsthaft? Was soll das? Die Szene hätte man sich sparen sollen.
    - Pike ist in Astrophysik durchgefallen... also dazu muss es eine Geschichte geben. Denn er hat in allen Fächern ein A+ oder A und in Astrophysik fällt er einfach durch (F)? Ich vermute nicht, dass das geklärt werden wird, aber das sieht sehr nach einer versäumten Prüfung (aufgrund einer interessanten Begebenheit?) aus.
    - Als Pike zur Discovery-Uniform gewechselt ist, habe ich mir gedacht "schade", die farbenfrohen tos-ähnlichen Uniformen sehen doch deutlich besser aus.
    - Ich bin kein Fan von KinderSpocks Verhalten, mal sehen inwieweit sich das in der Staffel aufklärt. Na ja, und Sarek... es ist sicherlich nicht der Sarek, den wir in TOS gesehen haben.
    - Leider gibt es in den Rückblicken immer noch keinen Sybok.
    - Es ist etwas schade, dass man die Innenräume der Enterprise zu sehen bekommt, da sie natürlich absolut keine Ähnlichkeit mit dem Original haben.
    - Dass Burnham (im Prinzip ohne Begründung) in Spocks Quartier gelassen wird, ist etwas merkwürdig. Insbesondere ein "Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, weil ich scheiße gebaut habe. Kann ich mal seine Sachen durchwühlen, jetzt wo er nicht da ist?" ist nicht die beste Voraussetzung.
    - Den Wissenschaftsoffizier dem Zuschauer so offen negativ zu präsentieren, um ihn dann als Nasenschleim-Ziel und schließlich Todeskandidaten zu offerieren, ist nicht gerade mutiges Fernsehen. Wenn sie ihn schon sprechen lassen, hätten sie ihn ja durchaus positiver darstellen können, damit sein Tod auch eine gewisse Gravitas bekommt.

    Die deutsche Synchronfassung hat mindestens zwei Merkwürdigkeiten eingebaut:
    - Im Rückblick am Anfang ist beim Mord an Culber noch das VoiceOver "Mut entgegen aller Vernunft" zu hören. Das ist ein pietätloser Synchronisierungsfehler. Im Englischen ist es eindeutig, dass die Mut-Aussage zur Tilly-Szene gehört, während der Culber-Mord mit "bleak times" beschrieben wird.
    - Beim Bergen des Asteroiden, spricht Pike das zentrale Star Wars-Mantra aus: "Ich habe da ein ganz mieses Gefühl!". Auch das ist im Englischen anders.

    Live long and prosper,
    Vulcan
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Januar 2019
  2. DJ Doena

    DJ Doena Admiral Mitarbeiter

    Die erste Staffel von Discovery war ein erzählerisches Desaster. Und dann kam auch noch die Orville ins Spiel. In der zweiten Staffel versucht man nun eine Kurskorrektur. Aber wie das so ist mit schlingernden Sachen, man korrigiert zu weit und schwingt auf der anderen Seite über.

    Dieses Gefühl hatte ich mit Tilly in dieser Folge. Tilly war schon immer ein wenig leicht daneben, was sie ironischerweise in der ersten Staffel zur nahbarsten und natürlichsten Figur gemacht hat. Jetzt aber versucht man, die Orville zu übertrumpfen und macht sie zur Witzgranate. Die erste Staffel war zu düster, aber das war wiederum zu albern. Bitte die goldene Mitte finden.

    In genau diese Überkurskorrektur fällt auch der Turboliftzwischenfall. Da rotzt ein einfaches Crewmitglied einem Offizier seinen Riesenschnodder in Gesicht und alle finden das komisch und er entschuldigt sich nicht mal?!? Das muss wohl an den Karma-Punkten liegen, die er verloren hat, als er es wagte, der heiligen Saint Burnham offen zu widersprechen und das, wo wir doch wissen, dass Michael immer und mit allem recht hat und das Ignorieren dieses Gesetzes nur eins zu Folge haben kann.

    Was dann auch eintrat. Hier wollten die Trek-Autoren anscheinend einen "Rian Johnson" bauen und "Erwartungen unterlaufen". Da es aber aufgrund der vorherigen Szenen vorhersehbar war, würde ich sagen: Mission schiefgelaufen? Wovon ich rede? Gehen Burnham, ein weißer, männlicher Blueshirt und eine weibliche Redshirt auf eine Dienstreise und wer stirbt in Brave New Trek? Natürlich das Patriarchat! Dem haben wir es jetzt aber mal so richtig gezeigt.

    Und Spock ist als Kind ein kleines asoziales Arschloch und als Erwachsener in der Klapse.

    Das ist das Trek, das wir lieben, oder?
     

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